Lehrangebot des IZKT

Im Rahmen der trans- und interdisziplinären Lehrveranstaltungen des IZKT bietet sich Studierenden der Universität Stuttgart die Chance, über den Tellerrand ihrer Fachdisziplin zu schauen und gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft und Bürgergesellschaft reale Probleme zu analysieren und Lösungen zu entwicklen. Hier finden sie die aktuellen Lehrangebote. Informationen zu vergangen Lehrveranstaltungen finden Sie auf der Archiv-Seite.

Aktuelle Projektseminare, Workshops und fachübergreifende SQs

Knapper werdende Ressourcen und Nutzflächen bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung, enorme Umweltschäden und steigender, oft verschwenderischer Lebensmittelkonsum sind große Herausforderungen unserer Zeit. Eine konsequente Wende zu einem nachhaltigen Ernährungssystem ist dringend notwendig. Das Seminar greift das Thema des Wissenschaftsjahres 2020/21 auf und geht der Frage nach, ob wissenschaftliche Innovationen aus dem Bereich der Bioökonomie, einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise, zukunftsfähige Lösungen bieten. Können z.B. pflanzenbasierte Fleischalternativen, essbare Insekten und In-vitro-Fleisch als alternative Proteinquellen zu einem Wandel im Ernährungssystem beitragen? Wie kann gesundes und vielfältiges Essen für alle Menschen nachhaltig produziert werden?

Das inter- und transdisziplinäre Projektseminar wird als fachübergreifenden Schlüsselqualifikation (FÜSQ) im Modul „Wissenschaftskommunikation“ angeboten und führt anhand von themenbezogenen praktischen Übungen in dieses Berufsfeld ein.  Der Kurs stellt die verschiedenen journalistischen Formate und Kommunikationskanäle vor: vom Blogbeitrag über Interview und Kommentar bis zum Social-Media-Post. In interdisziplinären Teams erarbeiten die Teilnehmer*innen Inhalte zum Thema „Designed Food“. Die theoretische Auseinandersetzung mit den Aufgaben und Akteur*innen der Wissenschaftskommunikation und Fachvorträge von Ernährungsexpert*innen bilden die Basis dafür. Die Unterhausdebatte der ZukunftsReporter „Guten Appetit – was landet in der Zukunft auf dem Teller?“ (09.11.2020) ist integraler Bestandteil des Seminars.

Das Projektseminar des IZKT findet in Kooperation mit den universitären Partnern, der Hochschule der Medien und den RiffReportern statt.

Leistungen: Das Projektseminar richtet sich an Studierende aller Fachdisziplinen der Universität Stuttgart (FÜSQ, 3 ECTS) sowie der Hochschule der Medien. Im Team konzipieren, recherchieren und produzieren Studierende einen Beitrag zu einem Thema rund um Designed Food. Das Format ist frei wählbar: Es kann ein Online-Artikel von etwa 6000 Zeichen mit einer Infografik sein, aber auch ein zweiminütiges Erklärvideo oder ein Factsheet als Flyer. Studierende präsentieren ihre Beiträge in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung am 5. Februar 2021. 

Termine: freitags, 11.45-13.15, und nach Vereinbarung

Das Projektseminar wird im Rahmen der MWK-Förderlinie „Lehr- und Lernlabore“ zur Unterstützung innovativer Lehrformate als Projekt der „Change Labs“ der Universität Stuttgart gefördert.

Anmeldung in C@MPUS LV-Nr. 933800001 und/oder per E-Mail an Elke Uhl.

 

Das Seminar wird in das Sommersemester 2021 verschoben!

Die Auswirkungen des voranschreitenden Klimawandels in Form von extremen Wetterereignissen sind in den Ballungsräumen deutlich zu spüren. Der Wärmeinseleffekt und die länger andauernden Hitzewellen in den Sommermonaten führen zur Überhitzung der Städte. Stuttgart ist aufgrund seiner spezifischen topografischen Lage, seiner Bebauungspraxis und Flächenversiegelung etc. besonders betroffen. Bei windschwachen Hochdrucklagen staut sich die Hitze im Talkessel der Innenstadt. Zudem steigt die Konzentration von Schadstoffen deutlich an. Erwartet uns im Sommer 2020 ein neuer Hitzerekord? Alles deutet darauf hin. Der Hitzestress und die eingeschränkte Frisch- und Kaltluftluftzufuhr stellen für Gesundheit und Arbeitsleistung der Bevölkerung eine hohe Belastung dar. Die Anpassung an vermehrte Hitze in der Stadt ist eine dringende gesellschaftliche Aufgabe. Das vom IZKT initiierte Projektseminar setzt an dieser Problemlage an.

Experten und Forscherinnen aus den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften, Raum- und Stadtplanung, Sozial- und Geisteswissenschaften vermitteln fächerübergreifend Wissen und zeigen diverse methodische Zugänge auf. Ein Feldforschungsauftrag führt Seminarteilnehmende in den Stadtraum. Gemeinsam mit Projektpartnern aus Verwaltung und Politik sowie mit zivilgesellschaftlichen Akteuren sollen Ideen für eine klimaangepasste Stadt entwickelt werden. Grundlage dafür bildet u.a. ein Bürgerworkshop.

Leistungen: Das Seminar wird als fachübergreifende Schlüsselqualifikation angeboten und steht allen Studierenden offen. Um 3 Leistungspunkte zu erwerben, sind die Teilnahme an allen Programmpunkten, Mitarbeit in einer interdisziplinären Gruppe und das Erarbeiten einer Vision für die klimaangepasste Stadt erforderlich.

Termine (Blockseminar): Fr 8. Mai, 9:00-14:00; Fr 26. Juni, 9:30-17:00; Sa 27. Juni, 9:30-17:00; So 28. Juni, 9:30-14:00 jeweils in Keplerstraße 11 (KI), Raum 11.91

Das Projektseminar wird im Rahmen der MWK-Förderlinie „Lehr- und Lernlabore“ zur Unterstützung innovativer Lehrformate als Projekt der „Change Labs“ der Universität Stuttgart gefördert.

Anmeldung in C@MPUS LV-Nr. 933800000 und/oder per E-Mail an Elke Uhl.

Mit dem Projektseminar „Künstliche Intelligenz und wir – Aufgaben der Wissenschaftskommunikation” konnte das IZKT erstmalig ein Lehrangebot unterbreiten, das Wissen und Kompetenzen auf dem Gebiet der externen Wissenschaftskommunikation am Beispiel der Künstlichen Intelligenz – Thema des Wissenschaftsjahres 2019 – vermittelte. Das Seminar fand als Lehr- und Lernlabor im neu konzipierten Modul „Wissenschaftskommunikation“ statt. Studierende der Universität konnten das Seminar als fachübergreifende Schlüsselqualifikation belegen. Inhaltlich beschäftigte es sich mit zwei zentralen Fragestellungen: Wie gelingt eine sachgerechte und allgemeinverständliche Vermittlung komplexer wissenschaftlichen Forschungserkenntnisse in die Gesellschaft? Welche Tools, Formate und Kommunikationswege eignen sich für die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“?

In Zusammenarbeit mit der Hochschule der Medien, den Zukunftsreportern auf der wissenschaftsjournalistischen Plattform „RiffReporter“ sowie ForscherInnen aus dem Institut für Automatisierungstechnik und Softwaresysteme, dem Institut für Sozialwissenschaften und dem Institut für Literaturwissenschaft unserer Universität entwickelte das IZKT ein interdisziplinäres Lehrprogramm.

Transdisziplinäres Profil gewann das Projekt durch einen Bürgerdialog zur Zukunft der KI. Drei interdisziplinär zusammengesetzte studentische Teams – ausgerüstet mit Kamera, Mikrofon und Computer – begleiteten diese Diskussion und werteten sie wissenschaftsjournalistisch aus. Ergebnis waren drei beeindruckende Medienproduktionen: eine interaktiv gestaltete Website, die die NutzerInnen auf eine Reise durch die Welt der KI mitnimmt, ein Kurzfilm, der Fragen der BürgerInnen mit Antworten eines Wissenschaftlers zusammenführt sowie ein Grundlagenartikel mit integriertem Video, das der Frage von KI und Kreativität in Form von Turing-Tests-Interviews nachgeht. Die Studierenden präsentierten ihre Produktionen am 15. Januar 2020 vor der interessierten Öffentlichkeit und einer prominent zusammengesetzten Jury, die die Beiträge ausführlich kommentierte und einen Sieger kürte. Die studentischen Produktionen wurden auf der Seite der RiffReporter vorgestellt und veröffentlicht.

Das Projektseminar wurde im Rahmen der MWK-Förderlinie „Lehr- und Lernlabore“ zur Unterstützung innovativer Lehrformate als Projekt der „Change Labs“ der Universität Stuttgart gefördert.

 

Das von Prof. Dr. Cordula Kropp (Institut für Sozialwissenschaften, Lehrstuhl für Umwelt- und Techniksoziologie) geleitete Seminar fand in Kooperation mit dem IZKT statt. Ein bestehendes Modul (Partizipation bei Infrastrukturvorhaben) im Studiengang „Planung und Partizipation“ M.Sc. wurde in ein urbanes Lernlabor umgewandelt. 17 Studierende erarbeiteten und erprobten (letzteres coronabedingt nur teilweise) gemeinsam mit WissenschaftlerInnen und Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen, PartnerInnen aus der Praxis, Verwaltung und Zivilgesellschaft vier Stadtgrün-Projekte für konkrete, selbständig ausgewählte Orte in der Stuttgarter Innenstadt:

Grüne Infrastrukturen (Alleen, Grünflächen etc.) werden in Städten immer wichtiger, um das Mikroklima zu regulieren, Biodiversität zu bewahren und Begegnung und sozialen Austausch zu fördern. Gerade bei hoher Verdichtung eröffnen sie der pluraler werdenden Bevölkerung integrative Freizeit-, Erholungs- und Experimentierräume. Die Forderung "Mehr Natur in die Stadt!" steht auf der politischen Tagesordnung der Landeshauptstadt Stuttgart. Verschiedene städtische Förderprogramme und zivilgesellschaftliche Aktivitäten zielen auf die Entwicklung und Pflege grüner Infrastrukturen. Allerdings zeigt die Praxis, dass Stadtgrün, seine Pflege und Erreichbarkeit ungleich verteilt ist, unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wird und gerade bei hohen Bodenpreisen und konkurrierenden Flächennutzungsansprüchen unter Druck gerät. Alle Akteure sind gefragt, innovative Formen des Erhalts, der Entwicklung und Vernetzung von Stadtgrün zu entwickeln. An dieser Problemlage setzte das Projektseminar an.

Die Studierenden haben sich in der ersten Phase der Veranstaltung besonders engagiert mit den Perspektiven der verschiedenen Disziplinen auf Stadtgrün auseinandergesetzt. Im Rahmen einer Exkursion zum Wagenhallenareal am Stuttgarter Nordbahnhof wurden zwei Stadtgrün-Projekte – der bürgerschaftliche Gemeinschaftgarten Stadtacker und die baubotanische, perfomative Intervention Theater of the long now – von ihren Initiatoren vorgestellt und diskutiert.

Auf dieser Grundlage konnten in der zweiten Phase vielversprechende Ansätze für urbane Lernlabore entwickelt werden. In den Projektplanungen gelang es überwiegend vielschichtige, ort- und zielgruppenbeogene Konzepte vorzubereiten, die sich durch eine stark experimentelle und ko-roduktive Herangehensweise auszeichneten. Dabei wurde deutlich, dass vielfältige Herausforderungen entstehen, die im Hörsaal nicht zu Tage getreten wären. Die Seminarteilnehmende erprobten den verantwortlichen Umgang mit unterschiedlichen Interessen, Wissens-, Werte- und Interessenkonflikten. Sie lernten externe Akteure in die Konzeptentwicklung einzubinden und übten die öffentliche Kommunikation ihrer Projekte.

Eine geplante öffentliche Präsentation der Projekte und ihrer Ergebnisse, an der von externer Seite großes Interesse besteht (Rathaus Stuttgart, „Stadtteilvernetzer-Tagung“ im Hospitalhof) musste aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen vertagt werden.

Das Projektseminar wurde im Rahmen der MWK-Förderlinie „Lehr- und Lernlabore“ zur Unterstützung innovativer Lehrformate als Projekt der „Change Labs“ der Universität Stuttgart gefördert.

Zum Seitenanfang