Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforscung

Abgeschlossene Projekte

Am IZKT abgeschlossene Projekte ab 2002 in chronologischer Reihenfolge

Auf eine gemeinsame Initiative des italienischen Kulturinstituts Stuttgart und der Abteilung Romanische Literaturen II der Universität Stuttgart wurde 2006 das Italien-Zentrums gegründet. Am 3.8.2006 wurde es im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen der Botschaft der Republik Italien, der Universität Stuttgart und der Landeshauptstadt Stuttgart offiziell eingerichtet.

Auftaktveranstaltung des Italien-Zentrums war die internationale Tagung "Deutschland und Italien in Europa" im Herbst 2006. Im Mai 2007 schloss sich das Symposium "Neue Perspektiven auf Leonardo da Vinci" an.

Feierlich eingeweiht wurde es am 22. November 2008 im Beisein des Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Günther H. Oettinger, des Botschafters der Italienischen Republik Italien, Antonio Puri Purini und des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt, Wolfgang Schuster.

Zahlreiche Projekte und Veranstaltungen fanden bis 2019 am Italienzentrum statt, u.a.

Veranstaltungen am Italienzentrum 2006-2019

Das IZKT der Universität Stuttgart, das Literaturhaus Stuttgart und die Akademie für gesprochenes Wort haben von 2015 bis 2019 die Reihe "Wissenschaftsfragen" konzipiert und durchgeführt: Angesichts rasant wandelnder Rahmenbedingungen für Produktion, Zirkulation und Legitimation von (wissenschaftlichem) Wissen sollten die grundlegenden Fragen neu gestellt und beantwortet werfden: Was wollen die Wissenschaften? Was soll diese Wissenschaft?

Herausragende Vertreter verschiedener Wissenschaftskulturen repräsentierten in Gespräch und Diskussion mit dem Publikum ihr jeweiliges Fach, um an diesem Beispiel nach dem Ort, der Funktion und der Verantwortung von Wissenschaft in der Gegenwart zu fragen.

Moderiert wurden alle Gespräche von dem Autor und Kritiker Joachim Kalka, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, jüngst mit dem Johann Friedrich Cotta-Literatur- und Übersetzungspreis der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet.

Wissenschaftsfragen 2015-2019

Das Reallabor STADT-RAUM-BILDUNG hat den Um- und Ausbau von lokalen Schul- bzw. Bildungslandschaften im Sinne der Wissensgesellschaft als Chance für eine nachhaltige Entwicklung bestehender Stadtquartiere thematisiert. Es war Teil der Förderlinie "Reallabor Stadt” des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg:

Durch die Veränderung von der Industrie- zur Wissensgesellschaft zählt Bildung heute zum wichtigsten Produktionsfaktor unserer Volkswirtschaft. Unternehmen kämpfen vermehrt um qualifiziertes Personal. Bildungseinrichtungen sind wichtige Standortfaktoren für Städte und Gemeinden geworden. Nicht nur aus diesem Grund besteht ein starkes Interesse, die Ertüchtigung bestehender Bildungsbauten mit Aus- und Umbauten voranzubringen. Für den Ganztagesbetrieb von Schulen ist die stärkere Vernetzung mit Vereinen sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen im Sinne einer lokalen Einbindung von großer Bedeutung. Insgesamt ergibt sich mit der Umsetzung des inklusiven Lernens sowie der Integration neuer Lehr- und Lernformen ein erhöhter Umbau- und Umgestaltungsbedarf in bestehenden Schulgebäuden.

Im Rahmen des Reallabors wurde ein Ratgeber von und für alle Akteure des Schulumbauprozesses auf lokaler Ebene entwickelt. Mehrere Kommunen unterschiedlicher Größe und Einwohnerzahl wurden in die Forschung integriert. Untersucht wurden die verschiedenen Schulbautypen und deren räumlicher Kontext nach pädagogischen, architektonischen und städtebaulichen Aspekten.

Weitere Informationen >>

Reallabor Stadt – Raum – Bildung 2017-2019

Das IZKT hat 2018 ein von der Universität Stuttgart gefördertes Wissenstransferprojekt initiiert: Mit der Etablierung einer Stuttgarter Plattform für die Entwicklung transdisziplinärer Projekte wurden dabei neue Impulse für die Verzahnung von Wissenschaft an der Universität Stuttgart mit der Landeshauptstadt gesetzt. Projekte einer Wissenschaft für die Stadt in einer Stadt der Wissenschaft wurden befördert, in der Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt.
Gestartet wurd mit einem Modellversuch auf der Ebene der Quartiersentwicklung. Das SQ-Projekt "Vom Transit-Raum zum Lebensort. Nachhaltige Quartiersentwicklung im Hospitalviertel. Energie - Mobilität - Lebensqualität" hat untersucht, wie sich in einem Stuttgarter Stadtquartier mit besonderen sozialen, städtebaulichen und infrastrukturellen Herausforderungen die Lebensqualität seiner BewohnerInnen verbessern lässt. In einem partizipativen Prozess hat es hierfür Strategien entwickelt, die durch ein Realexperiment validiert wurden. Dabei wurden beispielhaft Gelingensbedingungen transdisziplinärer studentischer Projekte herausgearbeitet und zu einem Leitfaden verdichtet. Auf Basis dieses Leitfadens steht seither ein offener, flexibel angelegter "Werkzeugkasten" für andere Projekte, insbesondere die an der Universität im Aufbau befindlichen neuen Lehrformate der "Stuttgarter Change Labs" zur Verfügung.

Leitfaden transdisziplinäre Projekte

Unter dem Dach des IZKT wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für deutschsprachige Technikphilosophie der Technischen Universität Dalian/VR China 2006 ein China-Schwerpunkt eingerichtet. Forschungserträge und Impulse von chinesischer Seite brachte in besonderer Weise einer der ersten Gastdozenten, Prof. Dr. Wenchao Li, ein. Sie fanden ihren Niederschlag in einem China-Workshop „Weltbilder und Technik“ und in einer Ringvorlesung „China entdecken – China verstehen“.

Unter Leitung von Prof. Dr. Helmut Bott hat der China-Schwerpunkt  zusätzliche Impulse im Bereich Architektur und Städtebau erfahren. Dazu gehörten die Wanderausstellung „Stadt und Universität/UniverCity“, Frucht einer Kooperation zwischen dem Städtebau-Institut der Universität Stuttgart mit der Jiaotong Universität in Xián, und die Tagung „City and University in the Age of Information“ (2013). Nach den ersten Stationen in Stuttgart und Heidelberg wurde die Ausstellung im Jahr 2013 auch an der Partnerhochschule in Xián und 2014 an der Tsinghua-Universität in Beijing sowie an der South-East Universität in Nanjing gezeigt. Die chinesische Fachzeitschrift "Community Design" (Beijing) publizierte wesentliche Inhalte.

China-Schwerpunkt 2006-2013

Die Frage einer möglichen europäischen Identität treibt Europa um. Doch oft wird die Frage als primär theoretisches Problem verhandelt - als philosophische Frage nach Identität, als soziologische Frage nach Identifizierungen oder als geschichtswissenschaftliche Frage nach Prozessen der Vergemeinschaftung von Kollektiven. Das von Catherina Roth initiierte und durchgeführte Forschungsprojekt hat diese Debatteanhand des paradigmatischen Falles der Siebenbürger Sachsen empirisch gewendet und in eine interdisziplinäre Perspektive gerückt:

Die Siebenbürger Sachsen sind ein zwar geschichtlich, soziologisch und literaturwissenschaftlich schon weit erforschtes Thema aber zugleich ein zu wenig beachtetes Beispiel kollektiver Identität als solche, das für die europäische Integration lehrreich sein könnte. Denn es handelt sich nicht nur um die faszinierende Kultur einer Minderheit unter ganz spezifischen Rahmenbedingungen. Die Siebenbürger Sachsen sind in einem Gebiet, wo Nationen und Staat nie identisch gewesen sind, ein Beispiel für die Überlappung, Verschränkung und Verwandlung kultureller Identitäten auf lokaler, nationaler, staatlicher, und europäischer Ebene.

Catherine Roth, deutsche und französische Staatsbürgerin mit sächsischer Abstammung, verfügt selbst über einschlägige Erfahrung in der kulturwissenschaftlichen Forschung und kulturpolitischen Praxis, privat und öffentlich, national und international, u.a. als Verlagslektorin bei Klett und Larousse, Leiterin der französischen Kulturinstitute Frankfurt und Innsbruck und Kulturdirektorin des Europarats. Sie wird den gestellten Fragen durch eine kulturwissenschaftliche Grundlagenforschung an Ort und Stelle nachgehen und dabei theoretische Analyse mit empirischer Forschung verknüpfen.

Das Projekt wurde vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) und der Fondation St. Thomas gefördert.

Das Auto proklamiert eine Verheißung und produziert eine Verschmutzung, es verspricht ökonomischen Aufbruch und liefert ökologischen Zusammenbruch. Es wird geliebt und gehasst, aufgetakelt und abgewrackt. Es kann Liebeshöhle, Waffe, Schneckenhaus und Statussymbol sein. Warum sind wir so bezirzt, abgestoßen, verhext und verzaubert durch das Auto?

Diesem Thema widmete sich das IZKT mit der Ringvorlesung Auto.Mobil.Geschichte. Im Rathaus und der Gesprächsreihe „Auto und ...“ im Schauspiel Stuttgart.

In der Gesprächsreihe „Auto und ...“ kamen wir den kulturellen Tiefenschichten des Phänomens Auto auf die Spur. Die Gespräche standen in Verbindung mit den Uraufführungen „Menschen, Autos und das Öl. Die Autobauer von Barcelona und Stuttgart“, einer Koproduktion von Schauspiel Stuttgart mit dem Teatre Romea, Barcelona. Moderiert von Prof. Gerd de Bruyn, fanden sie jeweils vor den Vorstellungen in der temporären Spielstätte Niederlassung Türlenstraße statt.

In der Publikation Auto.Kultur.Geschichte wird das Projekt abschließend dokumentiert und reflektiert.

Publikation "Auto.Kultur.Geschichte" (Materialien Band 16)

2004 wurde am Institut Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen (IGMA) das Forschungsfeld "Baubotanik" gestartet. Der Begriff "Baubotanik" wurde IGMA entwickelt und beschreibt die Idee, Tragstrukturen aus lebenden Holzpflanzen zu bilden. Versucht wird dabei, die natürliche Gestaltentwicklung bei Pflanzen unter gezielter Ausnutzung ihrer Wachstumsprinzipien mit den Vorgehensweisen ingenieurmäßigen Konstruierens zu verbinden.

Im Rahmen des Projekts "Lebende Bauten – Trainierbare Tragwerke" veranstaltete das IGMA gemeinsam mit dem IZKT eine Konferenz im Jahr 2007, an die sich Vortragsreihe die Vortragsreihe "Unnütze Natur" im Jahr 2009 anschloss. Mit einer Publikation wurde das Projekt abschließend dokumentiert und reflektiert.

Veranstaltungen Unnütze Natur >>

Publikation "Lebende Bauten – Trainierbare Tragwerke" (Kultur und Technik Band 16)

Europa hat sich selbst mit großer Kontinuität als Ort der Krise interpretiert. Auf diesem Kontinent scheint - wie im Staate Dänemark - immer etwas faul zu sein. Doch in welchem Verhältnis stehen wir heute tatsächlich zu Hamlet, diesem suchenden und zweifelnden, diesem versuchten und verzweifelten Kind einer Gesellschaft, die er verachtet? Können wir uns in Zeiten politischen Desinteresses in der Hamlet-Figur wiederfinden? Die Vortragsreihe im Wintersemester 08/09 ließ Literatur-, Film- und Politikwissenschaftler vor dem Hintergrund Volker Löschs ebenso beeindruckender wie umstrittener Inszenierung zu Wort kommen, um die Aktualität des Hamlet-Stoffes aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Veranstaltungen

Faust, enttäuscht und verbittert über die Grenzen der Erkenntnismöglichkeiten des einsam forschenden Menschen, ergibt sich der Magie. Er landet schließlich beim Abkommen mit Mephistopheles, der ihm den alten Menschheitstraum der Verjüngung erfüllt. Wie Magie muten auch die Erfindung des Papiergelds, die Kriegsführung mit virtuellen Waffen und Fausts letztes Landgewinungs-Projekt an. Goethes "Faust" reflektiert damit die Genesis der modernen Naturaneigung, die Umsetzung magischer Projekte in moderne Technologie und Ökonomie. Ausgehend von Goethes Werk diskutieren die Beiträge der Vortragsreihe unterschiedliche Aspekte des Zusammenhangs von Magie und Technik in unserer Kultur.

Die Vortragsreihe FAUST- MAGIE UND TECHNIK begleitete die Inszenierungen von Faust I und Faust II. Die Vorträge fanden vor den Vorstellungen im Oberen Foyer des Schauspielhauses statt.

Veranstaltungen

Mit der Architekturtheorie, verstanden als ein breit angelegtes Wissensgebiet, lässt sich die für unsere Kultur so charakteristische wie fatale Kluft zwischen Kunst und Technik, Geistes- und Naturwissenschaften infrage stellen und überbrücken. Iin Stuttgart stellen sich Versuche, abstrakte wissenschaftliche Erkenntnisse und unsichtbare Prozesse in der Technik sinnlich anschaulich und architektonische nutzbar zu machen, in eine lange Tradition. Hier knüpfte das Institut Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen (IGMA) mit dem Thema "Textil" an, das aufgrund seiner interessanten Entwicklungsgeschichte und jüngster technischer Fortschritte in besonderer Weise dazu geeignet war, das Interesse vieler unterschiedlicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu wecken.

Nach einer Phase der Theorie, in deren Zentrum neben komplizierten technischen Fragen auch die kulturanthropologische Reflexion nomadischer Kulturen stand, beschäftigte sich das Projekt mit der Modellierung und künstlerisch-technischen Realisierung eines Raum bildenden Textils. Dieses Textil redefinierte die architektonische Grenze von Innen und Außen und schlug ein neues Kapitel in der modernen Baugeschichte auf. Basierend auf der Vision der durchschreitbaren Wand wurden in das Textil unterschiedliche Informationen eingewoben, die der haptischen Qualität der Architektur, aber auch der Interaktion von Mensch und Haus, Hand und Wand, Haut und Stoff neue Möglichkeiten eröffneten. Anschließend wurde mit Hilfe des Computers simuliert. In einer Ausstellungsinstallation 2004 wurde konkretisiert wie sich diese Informationen auf unseren Alltag auswirken können.

Veranstaltungen

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