14.06.

14. Juni 2021

Gesprächs- und Vortragsreihe: EXIT. Die Kunst des Bleibenlassens

Zeit
14. Juni 2021 – 12. Juli 2021

Die Geschichte der Menschheit wird meist als Abfolge von Taten geschrieben, als Serie heroischer Akte und bahnbrechender Erfindungen. Doch neben dem Handeln hat uns auch das Bleibenlassen vorangebracht, das Aufhören, der Exit. Aus dieser Perspektive lässt sich eine Fortschrittsgeschichte schreiben, in der nicht Innovationen, sondern Exnovationen im Zentrum stehen: Die Abschaffung des Kannibalismus, der Folter, des Hexenglaubens, der Sklaverei, der Kampf gegen die Kinderarbeit. Solche Prozesse des kollektiven Abschaffens bilden eine besondere Form der Herausforderung, denn sie können nur bedingt mit dem Pathos heroischen Tatendrangs für sich werben. Und doch stehen sie im Zentrum der Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft: Nachhaltig leben bedeutet in erster Linie, manche Dinge nicht mehr zu tun. Aber wie lässt sich der Exit aus den fossilen Energieträgern, aus dem ressourcenverschwendenden Bauen, aus der Massentierhaltung, aus den Aufrüstungs- und Konkurrenzspiralen organisieren? Gibt es eine Kunst des Bleibenlassens?

Eröffnet wird die Reihe am 14.06.2021 mit einer Podiumsdiskussion, auf der junge WissenschaftlerInnen als Politik- und Sozialwissenschaften, aus der Transformations- und Nachhaltigkeitsforschung, den konzeptionellen Rahmen des Nachdenkens über Innovation und Exnovation beleuchten. In den darauffolgenden Veranstaltungen wollen wir die Problematik in ausgewählten Praxisfeldern anschaulich vertiefen.

Eröffnungspodium
Auf dem Weg in eine nachhaltige Gesellschaft – Über Prozesse des Abschaffens und Erneuerns
Mo 14.06.21, 19:00 Uhr
Der nachhaltige Wandel unserer Gesellschaft geht mit Prozessen des „Abschaffens“ (Exnovation) und „Erneuerns“ (Innovation) einher. Der Atom- und Kohleausstieg, der vielfach diskutierte Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, die Verbreitung von Elektromobilität und der Ausbau erneuerbarer Energien sind nur einige Beispiele für solche Prozesse. Manche Transformationsprozesse spielen sich auch im Kleinen, „direkt vor der Haustüre“ ab, wenn beispielsweise urbane Gemeinschaftsgärten oder Pup-Up-Radwege entstehen. Klar ist, dass solche Prozesse nicht ohne Konflikte ablaufen, da etablierte Interessen in Frage gestellt, Pfadabhängigkeiten aufgebrochen und bislang unhinterfragte Normalitätsvorstellungen zur Diskussion gestellt werden. Darüber sowie über die gesellschaftlichen Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung des Abschaffens und Erneuerns wollen wir mit Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft sowie allen Anwesenden diskutieren.

Diskussionsrunde mit Dr. Julia Teebken, Freie Universität Berlin, Dr. Stephanie Wunder, Ecologic Institut, Berlin, Gerolf Hanke, Öko-Institut, Freiburg, Dr. Martin David, Leuphana Universität Lüneburg, Dr. Johanna Kramm, Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt
Moderation: Dr. Marco Sonnberger, Universität Stuttgart

Diese Veranstaltung wird digital über Zoom angeboten. Reservieren Sie bitte Ihre Teilnahme auf der Seite des Hospitalhofs und Sie erhalten den Zugangslink 1-3 Tage vor der Veranstaltung zugesandt.
→Link zur Reservierung hier

Vortrag
Der Einstieg als Ausstieg. Energiewende mit Gewinn!
Mo 21.06.21, 19:00 Uhr
Dr. Ludger Eltrop, Universität Stuttgart
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Vortrag
Raus aus dem Beton!
Mo 28.06.21, 19:00 Uhr
Prof. Dirk E. Hebel, Karlsruher Institut für Technologie

Vortrag
Sustainable Food Transformation. Wege aus dem globalisierten Ernährungssystem
Mo 12.07.21, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Cordula Kropp
→ Weitere Info

Kooperationsprojekt: Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) und Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart, Hospitalhof/Ev. Bildungszentrum Stuttgart

Flyer der Gesprächs- und Vortragsreihe: EXIT 

Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart und Livestream
Leuchtschild EXIT an der Wand
Leuchtschild EXIT
[Bild: iStock]
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