12. Februar 2021

„Mein Algorithmus und Ich“. Daniel Kehlmann hielt die erste Stuttgarter Zukunftsrede

Über 500 Zuschauer verfolgten live am Abend des 9. Februars die erste Stuttgarter Zukunftsrede, die der Schriftsteller Daniel Kehlmann gehalten hat.
[Bild: Sebastian Wenzel]

„Mein Algorithmus und Ich“ war ein literarisch kunstvoll gestalteter Bericht über ein Experiment, das vor rund einem Jahr in Palo Alto im Silicon Valley als eine „Reise in die Zukunft“ begann. Sein Ziel: gemeinsam mit einer Künstlichen Intelligenz, dem Programm CTRL, eine Kurzgeschichte zu verfassen. Obwohl das Ziel des Experimentes nicht erreicht wurde, wie Kehlmann bereits zu Beginn seiner Rede verriet, veränderte es seine Vorstellungen von der KI. Die Frage Kann ein Algorithmus schöpferisch werden? müsse er allerdings mit Nein beantworten. Der Algorithmus generiert Sprache allein als Zweitverwerter aufgrund von Wahrscheinlichkeiten. Erst wenn er eigenständige Metaphern finden würde, die verändern, wie wir die Welt sehen, „so wie Proust oder Nabokov das konnten“, wäre er kreativ. Die Interaktion mit der KI war für den Schriftsteller dennoch faszinierend, bisweilen zauberisch. 

An die Rede schloss sich ein lebhaftes Gespräch Kehlmanns mit Michael Resch an, dem Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums in Stuttgart, moderiert von der Wissenschaftsjournalistin Eva Wolfangel.

Am 20. März 2021 erscheint die Stuttgarter Zukunftsrede von Daniel Kehlmann im Klett-Cotta Verlag.

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