19.04.

19. April 2013

Trinationales Blockseminar: TRI-Color - Brüderlichkeit als politischer Wert?

Zeit
19. – 22. April 2013

Zur Ideengeschichte, republikanischen Idealisierung und aktuellen Bedeutung der Brüderlichkeit im interkulturellen Vergleich

In der klassischen Trias von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ist der letztgenannte Wert in liberalen Gesellschaften aus dem Fokus geraten oder in eine geradezu technisch anmutende „Solidarität“ transformiert worden. Hat sich Brüderlichkeit als politischer Wert schlicht überholt oder gilt es – wie in Frankreich bspw. Régis Debray fordert – eine verschüttete Ressource sozialer Integration wiederzuentdecken? Welche Rolle kann das Ideal der Brüderlichkeit in einer demokratischen Transformation wie in Tunesien spielen? Lässt sich Brüderlichkeit universalistisch denken und müsste sie dann nicht, nach Olympe de Gouges Erklärung der Rechte der Frauen und Bürgerinnen, auch als Schwesterlichkeit konzipiert werden?
Um diesen Fragen nachzugehen, werden wir im Rahmen eines trinationalen Forschungscolloquiums mit tunesischen und französischen Gästen die Ideengeschichte des Begriffs von den religiösen Wurzeln bis zur Umdeutung in den Bruderschaften der Aufklärung, seine literarisch-künstlerischen Inszenierungen und Reflexionen (Saint-Simon, Schiller, Dostojewskij), aber auch die liberalen Einsprüche gegen sie (z.B. Rawls) behandeln und vergleichend diskutieren. Auch die konkreten Ausformungen politischer Ideale in den Institutionen Frankreichs, in der neuen tunesischen Verfassung oder in Deutschland werden behandelt. Dabei werden auch die Wechselwirkungen zwischen französischen, deutschen und tunesischen Entwicklungen von Bedeutung sein.


Die Teilnehmer erhalten vorab einen Reader mit Texten zum Thema.


Leitung: Françoise Joly, Dr. Felix Heidenreich, Prof. Dr. Mounir Kchaou


Vorbesprechung:
8. April 2013, 17-18 Uhr (IZKT-Seminarraum)
Die Veranstaltung findet auf Französisch statt. Sie ist besonders konzipiert und geeignet für Studierende der Romanistik, des binationalen Masterstudiengangs „Praxisorientierte Kulturphilosophie“, des FIFA-Studiengangs „Politikwissenschaft“ sowie des ERASMUS-Mundus Programms „Europäische Kulturlandschaften“. Studierende anderer Studiengänge mit entsprechenden Sprachkenntnissen sind ebenfalls willkommen. Die Anrechenbarkeit von Leistungen (ECTS-Punktevergabe) kann mit den jeweiligen Studiengangsmanagern geklärt werden.


Anmeldung bitte per Email an:
felix.heidenreich@izkt.uni-stuttgart.de
francoise.joly@ilw.uni-stuttgart.de


Die Veranstaltung wird von der DVA-Stiftung und der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) gefördert.

Raum Casino 1. OG, Geschwister-Scholl-Str. 24
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