11.06.

11. Juni 2012, 16:00 Uhr

Symposium. Max Eyth: Technikvisionen und Missionen

Zeit
11. Juni 2012, 16:00 Uhr
Max Eyth (1836–1906), ein zu Lebzeiten vielgelesener, mit Ehren bedachter „Dichter-Ingenieur“, ist im kulturellen Gedächtnis der Gegenwart kaum noch präsent. Sicher hält die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) ihren Gründer in Ehren, tragen einige Schulen seinen Namen und auch ein See in Stuttgart erinnert an ihn, doch seine Bücher – darunter einst Bestseller wie Hinter Pflug und Schraubstock, Der Kampf um die Cheopspyramide oder Der Schneider von Ulm – werden nicht mehr verschlungen. In der Perspektive der Kultur- und Technikwissenschaften scheint Max Eyth eine marginale Figur des fernen 19. Jahrhunderts zu sein.

Doch vor dem Hintergrund ungelöster – vielleicht gar unlösbarer – Probleme der technologischen Moderne könnte ein neuer Blick auf das scheinbar Abseitige und Marginale bedeutsam sein. Hier, auf der „romantisch-technischen Kippe“ des 19. Jahrhunderts brechen Fragen nach der Dynamik und den Folgen des technischen Fortschritts auf, die uns heute mehr denn je beunruhigen. 
Ziel des Symposiums ist, das Diskursfeld, in dem sich die Praxis einer Ingenieurstätigkeit mit der literarischen Imagination verquickt, näher zu analysieren. Dabei geht es nicht allein darum, den literarischen Reflexionen einer außerliterarischen Erfindung und deren Verbreitung nachzugehen, sondern zugleich das „Mitwirken“ der Imaginationen, der Visionen und Missionen am Zeitalter von Technik und Naturwissenschaft zu bedenken. Das Symposium möchte Verteter aus verschiedenen Disziplinen zusammenbringen, um am „Phänomen“ Max Eyth aufzuzeigen, was unser Problembewusstsein einer fortwährenden Technisierung moderner Lebenswelt formt und antreibt.


Programm:


14.00 Uhr

Begrüßung
Gerd de Bruyn (Stuttgart)

14.10 – 15.15 Uhr
Max Eyth und das Phantasma der Technik
Joachim Kalka (Stuttgart)

Der Ingenieur als Held
Robert Leucht (Zürich)


15.15 Uhr Kaffeepause



15.30 – 18.00 Uhr 
Schraubstock und Reißbrett. Max Eyth im Kontext der Industrialisierung
Thomas Schuetz (Stuttgart)

Unter Dampf. Max Eyth und die Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts
Frank Uekötter (München)

Vision und Wirklichkeit. Max Eyth und das Ende der Technikkritik
Martin Gessmann (Offenbach a.M.)


20.00 Uhr
***  Podiumsdiskussion  ***

Max Eyth: Phantom der Technik
Joachim Kalka im Gespräch mit Kurt Möser, Martin Gessmann und Ulrich Bernhardt

Das Symposium mit Podiumsdiskussion steht in Verbindung mit der Eröffnung der Ausstellung „MAX 8 / Max Eyth – Poet, Spion, Missionar der Technik“ des Medienkünstlers Ulrich Bernhardt. Er ist den Spuren Max Eyths in New Orleans, in Ägypten in Samara und anderswo gefolgt.

Eine Veranstaltung des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart in Kooperation mit dem Literaturhaus Stuttgart.
Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 4, 70174 Stuttgart
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