Symposium: Sprachwandel oder Sprachverfall?

1. April 2022, 09:00 Uhr

Deutschunterricht, Germanistik und die Frage der Sprachnormen

Zeit: 01.04.22, 09:00 – 16:30 Uhr
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Die deutsche Sprache verändert sich – so nehmen es viele Menschen wahr – mit hoher Geschwindigkeit. Ständig stolpert man über Präpositionen, die unkonventionell gebraucht werden, über Pronomen, denen es an einem Bezugswort mangelt, oder über Kommata, die wie willkürlich über den Satz gestreut erscheinen. Wenn dieser Befund stimmt, steht man als sensible Sprachbenutzerin und als sensibler Sprachbenutzer vor der Frage, wie man sich zu ihm verhält. Nimmt man die Veränderungen nur zur Kenntnis, weil Sprachwandel etwas ganz Normales ist, oder beunruhigt einen deren Häufung? Wenn man den Sprachwandel aber bewertet und ihn so zum Sprachverfall erklärt, stellen sich Fragen wie: Wer oder was ist für ihn verantwortlich? oder: Will man ihm aktiv entgegentreten? 

Solche Fragen sind brisant. Denn zum einen ist der Sprachwandel Gegenstand aufgeregter kulturkämpferischer Debatten; zum anderen müssen sich Deutschlehrerinnen oder Deutschlehrer, Hochschulgermanistinnen und Hochschulgermanisten fragen lassen, ob er nicht auch Folge eines institutionellen und vielleicht auch individuellen Versagens ist. Für eine sachliche und konstruktive Diskussion des Themas „Sprachwandel oder Sprachverfall? Deutschunterricht, Germanistik und die Frage der Sprachnormen“ möchten Expertinnen und Experten die Grundlage schaffen, indem sie empirische Fakten und historische Hintergründe bereitstellen und es so allen an der deutschen Sprache Interessierten ermöglichen, das Phänomen des Sprachwandels richtig einzuschätzen.

09.00-10.00 Uhr 
Dr. Fabian Bross 
(Universität Stuttgart): 
Orthographie im Wandel? 
Zur Rechtschreibleistung von Lehramtsstudierenden im Fach Deutsch

10.00-11.00 Uhr 
Ass.-Prof. Dr. Jutta Ransmayr 
(Universität Wien): 
Sprachnormen und Korrekturzweifel im Deutschunterricht

11.00-11.30 Uhr 
Kaffeepause

11.30-12.30 Uhr 
Dr. Johanna Tausch/Dr. Wintai Tsehaye
(Universität Mannheim): 
Sprachwandel im Kontext von Migration – innovative Sprachverwendung bei mehrsprachigen SprecherInnen

12.30-14.00 Uhr 
Mittagspause

14.00-15.00 Uhr 
Professor Jörg Robert 
(Universität Tübingen): 
Sprachreinheit – Geschichte und Gegenwart eines Konzepts

15.00-15.30 Uhr 
Kaffeepause

15.30-16.30 Uhr 
Lesung und Gespräch mit Tristan Marquardt
Tristan Marquardt, geboren 1987 in Göttingen, ist Lyriker, Literaturvermittler und Germanistischer Mediävist. Er ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13 und engagiert sich für eine breitere Wahrnehmung von Lyrik in der Öffentlichkeit. 
In Stuttgart liest er aus seinem Gedichtband „scrollen in tiefsee“. Anschließend sprechen wir mit ihm über seine Wahrnehmung des Sprachwandels.

 

Eine Veranstaltung des Deutschen Germanistenverbands im Rahmen der Reihe „Der DGV lädt ein“ in Kooperation mit dem Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart und der Württembergischen Landesbibliothek (WLB).


Konzeption und Organisation
Prof. Dr. Manuel Braun 
Institut für Literaturwissenschaft (ILW)
Universität Stuttgart
Keplerstraße 17
70174 Stuttgart
+49 711 685 83080
manuel.braun@ilw.uni-stuttgart.de

Da es angesichts der Corona-Situation nicht absehbar ist, ob die Veranstaltung in der geplanten Form durchgeführt werden kann, bitten wir alle Interessierten, sich rechtzeitig auf der Homepage des DGV unter „Aktuelles“ oder auf der Homepage der WLB unter „Veranstaltungen“ zu informieren. Dort finden Sie zu gegebenem Zeitpunkt auch Hinweise auf ein ggf. notwendiges Anmeldeverfahren und Hygienekon­zept.

Württembergische Landesbibliothek, Vortragssaal, Konrad-Adenauer-Straße 10, 70173 Stuttgart
Wordcloud zum Thema Sprachverfall
[Bild: Ann-Marie Becker]
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