29.06.

29. Juni 2006

Symposium: Nutzen und Nachteil der Zeitgenossenschaft. Zum Paradox einer Historisierung der Gegenwartskunst

Zeit
29. – 30. Juni 2006

Wenn sich die Kunstgeschichte der zeitgenössischen Kunst zuwendet, steht sie vor der paradoxen Aufgabe, die eigene Gegenwart zu historisieren. Dabei gilt es, das Spannungsverhältnis von Nähe und Distanz nicht einseitig aufzulösen: einerseits ist es erforderlich, aus einer Position der Nähe heraus Distanz zum Gegenstand zu gewinnen; zugleich gilt es, die eigene Teilhabe am behandelten Phänomen nicht nur als Problem anzusehen, sondern auch zur Stärke werden zu lassen.

Bis weit ins 20. Jahrhunderts hinein verhielt sich die akademische Kunstgeschichte relativ abstinent gegenüber der Kunst ihrer jeweiligen Gegenwart. Nachhaltige Wirkung auf die Rezeption der modernen Kunst übten primär Kunstkritiker aus. In den letzten Jahrzehnten haben sich Kunstgeschichte und Kunstkritik einander angenähert, die zeitgenössische Kunst wird zunehmend zum Gegenstand universitärer Forschung und Lehre. Das Symposion reflektierte die theoretischen und methodologischen Probleme, die daraus erwachsen, dass eine genuin historische Wissenschaft sich zeitgenössischen Phänomenen zuwendet. Eine Kunstgeschichte der Zeitgenossenschaft bedarf daher einer doppelpoligen Perspektive, die einen Standpunkt im aktuellen Geschehen einzunehmen und diesen gleichzeitig zu reflektieren vermag. Wie kann diese Perspektive gewonnen werden?
Vortragsraum der Universitätsbibliothek, Holzgartenstraße 16
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