04.07.

4. Juli 2012, 21:00 Uhr

Öffentlicher Festvortrag. Klaus Kornwachs: Arbeit im 21. Jahrhundert

Reihe: Fellowship der Alcatel-Lucent Stiftung

Zeit
4. Juli 2012, 21:00 Uhr

Die menschliche Arbeit hat sich durch die technischen und dadurch ausgelösten organisatorischen und wirtschaftlichen Entwicklungen grundlegend verändert. Herkömmliche Muster der individuellen und gesellschaftlichen Funktion der Arbeit lösen sich auf: Die Möglichkeit zum befriedigenden Erwerb von Eigentum, die Stiftung von Identität durch Arbeit und die soziale Teilhabe bei der Arbeit. 

In welche Richtung sich diese Muster verändern werden, ist umstritten. Gleichwohl zeichnet sich durch extreme Arbeitsteilung, abrupte Wechsel der Aufgaben, Flexibilisierung und Fokusierung der Arbeit am, im und mit dem Netz eine wachsende Inszeniertheit der individuellen Biographie als Arbeitsbiographie ab. Die Arbeits-Existenz wird durch die Netz-Präsenz ersetzt.
Die Befürchtungen, es käme ein Zeitalter der totalen Mobilität, der totalen Transparenz, der totalen Information und der totalen Verfügbarkeit, korrespondieren eigenartig mit den Leitbegriffen der großen „Schattenmacher“, d.h. der Datensammler wie Apple, Facebook, Google und Amazon. Es sieht so aus, dass ob vor allem neue Geschäftsmodelle im Netz die Formen der Arbeit bestimmen werden. Sie definieren die neuen „Produktivkräfte“ und sie verändern vielleicht auch unser Bewusstsein. Trotzdem sind dies keine zwangsläufigen Entwicklungen – wir bleiben für die Gestaltung der Arbeit im Netz verantwortlich. 

Eine Veranstaltung des IZKT der Universität Stuttgart in Kooperation mit der Stadtbibliothek Stuttgart, gefördert von der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung.

Prof. Dr. Klaus Kornwachs ist Fellow der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung am IZKT der Universität Stuttgart.

Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart 
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