14.06.

14. Juni 2012

Mörike und sein Freundeskreis

Zeit
14. – 16. Juni 2012
Die Freundschaften Mörikes waren intensiv und dauerten in der Regel lebenslang; er suchte bei seinen Freunden, die zumeist selbst Dichter oder Schriftsteller waren, die Gemeinsamkeit des Denkens und Fühlens. Auffällig ist, dass fast alle Freunde Mörikes zur liberalen Oppositionsbewegung gehörten oder zumindest offen mit ihr sympathisierten; viele waren Burschenschaftler und einige wurden wegen ihrer revolutionären Gesinnung verfolgt und inhaftiert.

Es wird heute nicht mehr bestritten, dass auch der »Mensch in Schlafrock und Pantoffeln« (Gutzkow über Mörike) der liberalen Bewegung nahestand und die 48er Revolution begrüßte. Davon zeugen Mörikes Gedichte und Erzählungen durch ihre dichten Verweise, Bildbezüge, Anspielungen und Wortspiele. Doch gleichzeitig ist seine Position auch durch das Bekenntnis zur »beschränkten Existenz« markiert, durch tiefe Skepsis gegenüber der politischen Aktion und den eigenen politischen Wirkungsmöglichkeiten.
Mit der Tagung soll der Versuch unternommen werden, Mörikes schwierigen Standort von den Freundschaften und dem Einfluss der Freunde her neu zu bestimmen.



Programm:


- Donnerstag, 14. Juni 2012 -

9.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Reiner Wild (Mörike-Gesellschaft), Barbara Potthast

Kunst und geselliger Freundeskreis bei Mörike
Jürgen Brokoff (Bonn)

Kaffeepause

Inspiration und soziales Geschehen. Zu einer geselligen Schönheitskonzeption in Mörikes Dichtung
Helmut J. Schneider (Bonn)

Wie artikuliert sich Freundschaft in Mörikes Briefen?
Sigurd Paul Scheichl (Innsbruck)

14.00 Uhr
Ehrfurchtsvollst gewidmet; gebaichnet vom Verfasser. Zueignungen Mörikes
Burkhard Moennighoff (Hildesheim)

» - Ja, die liebsten Freunde seh ich achselzuckend von mir weichen« : Entfreundungsstrategien in Mörikes Lyrik
Jürgen Wertheimer (Tübingen)

Kaffeepause

Fragmente einer Sprache der Freundschaft. Die Korrespondenz zwischen Mörike und Waiblinger
Claudia Liebrand (Köln)

Orplid. Politische Satire bei Bauer und Mörike
Ulrich Gaier (Konstanz)


- Freitag, 15. Juni 2012 -

9.00 Uhr
Lyrik - Lebenswelt - Soziale Welt. Zu einem grundlegenden Zusammenhang bei Eduard Mörike
Wolfgang Braungart (Bielefeld)

Mörike als poetischer Gewissensrat
Günter Oesterle (Gießen)

Kaffeepause

»Er hatte keinerlei Sinn für religiöse und politische Befreiung, und doch liebte er ungestört die Kämpfer für diese Gebiete«. Berthold Auerbach und Eduard Mörike
Bettina Wild (Heidelberg)

Selbsterschöpfung. Rudolf Lohbauer im Horizont Mörikes
Mathias Mayer (Augsburg)

14.00 Uhr
Johannes Mährlen und sein Einfluss auf Eduard Mörike
Peter Huber (Stuttgart)

Schiller, Schwab und Mörike
Matthias Luserke-Jaqui (Darmstadt)

Kaffeepause

„daß Du wieder unter den ordentlichen MenschenKindern wandelst, hat mich nicht wenig gefreut!“ Mörike und Ernst Friedrich Kauffmann
Barbara Potthast (Stuttgart)


20:00 Uhr
Stuttgarter Fruchtkasten am Schillerplatz 
(Landesmuseum Württemberg, Stuttgart)


*** Gesprächskonzert ***

Mörike und sein Freundeskreis
Gedichte von Eduard Mörike in Vertonungen seines Freundeskreises

»Nur wenn der treffliche Meister uns legt auf die Lippen des Mädchens, Leben wir Lieder erst auf, uns selber zum Wunder und andern.«

Das Programm dieses Konzerts, das u. a. Lieder der Musikbeilage zu Mörikes Roman Maler Nolten (1832) zum Vortrag bringt, macht bekannt mit den ersten Vertonungen von Gedichten Mörikes aus dessen unmittelbarem Umkreis: von seinem Bruder Karl Mörike über schwäbische Komponisten wie Ernst Friedrich Kauffmann, Louis Hetsch, Friedrich Silcher, Immanuel Faißt, Gustav Pressel bis hin zu Otto Scherzer und der berühmten französischen Sängerin Pauline Viardot-Garcia. Sie sang dem Dichter 1865 ihre Mörike-Lieder vor, der sich davon »wahrhaft bezaubert« zeigte.

Studierende des Masterstudiengangs Lied Prof. Cornelis Witthoefft der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart:

Yizhou Yao
Sopran

Livia Kretschmann
Mezzosopran

Hitoshi Tamada
Tenor

Sungmin Kim
Bariton

Sayaka Hara, Kanako Kimura, Youngmi Lee, Go Uezono
Klavier

Sprecher der Akademie für gesprochenes Wort

Eintritt: 8 Euro (ermäßigt: 6 Euro)

Im Rahmen der literaturwissenschaftlichen Tagung der Mörike-Gesellschaft und der Universitäten Stuttgart und Tübingen 
Organisation: Neuere deutsche Literatur/Universität Stuttgart (Barbara Potthast) in Kooperation mit der Musikhochschule Stuttgart (Cornelis Witthoefft) und der Akademie für gesprochenes Wort


- Samstag, 16. Juni 2012 -

9.30 Uhr
Mörike und seine »Bundesgenossen« der »Heine'schen Schule«
Michael Perraudin (Sheffield)

Ideen, Ideale und Intrigen. Eduard Mörike und der Messianismus der Zeit
Ernst Rohmer (Regensburg)

Kaffeepause

Poesie versus Ökonomie: Mörike und seine Brüder
Kristin Rheinwald (Berlin)

Moderation: Barbara Potthast und Dietmar Till



Literaturwissenschaftliche Tagung, veranstaltet von der Mörike-Gesellschaft, der Abteilung für Neuere deutsche Literatur II der Universität Stuttgart und dem Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen

Konzeption: Barbara Potthast

Kontakt:

Barbara Potthast
Universität Stuttgart
Neuere Deutsche Literatur II
Keplerstraße 17
D-70174 Stuttgart
Internationales Begegnungszentrum der Universität Stuttgart, Robert-Leicht-Straße 161, 70569 Stuttgart-Vaihingen
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