Fritz Martini (1909-1991) und die Stuttgarter Literaturwissenschaft

8. Dezember 2022, 18:00 Uhr

Zeit: 8. Dezember 2022, 18:00 Uhr
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Fritz Martini zählt zu den bekanntesten deutschen Literaturwissenschaftlern der Nachkriegszeit. Der Beginn seiner akademischen Laufbahn fällt in die Zeit des sog. Dritten Reichs – eine Zeit, über die er sich später nie öffentlich geäußert hat. Nach Abschluss seines Entnazifizierungsverfahrens avancierte er zu einem einflussreichen Stuttgarter Ordinarius, war ein populärer Hochschullehrer, ein vielgelesener Literaturhistoriker, ein vom ‚Ländle‘ geschätzter Gutachter und ein engagierter Literaturvermittler. Er setzte sich nach 1945 für zuvor verfemte Autorinnen und Autoren des Expressionismus wie auch für Thomas Mann ein und ermöglichte der Germanistin Käte Hamburger die Rückkehr aus dem schwedischen Exil. Zugleich war Martini in den frühen Jahren der Bundesrepublik aber auch maßgeblich an der ‚Vergangenheitspolitik‘ der Geisteswissenschaften beteiligt und wurde nicht zu Unrecht zur Zielscheibe publizistischer Aufarbeitungsversuche.

Die Veranstaltung präsentiert und diskutiert neue Forschungsergebnisse zur deutschen Geisteswissenschaft vor und nach 1945.

Mit Prof. Dr. Andrea Albrecht (Universität Heidelberg), Dr. Petra Boden (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Daniela Bohde (Universität Stuttgart) und Jens Krumeich (Universität Heidelberg).

Moderation: Prof. Dr. Torsten Hoffmann (Universität Stuttgart)

Hybridveranstaltung: live im Vortragssaal und online im digitalen Saal der WLB.

Zur Online Veranstaltung (digitaler Saal der WLB) 

Württembergische Landesbibliothek, Konrad-Adenauer-Str. 10, Vortragssaal
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