Demokratie-Experiment: Virtueller Bürgerrat startet

8. Juni 2022

Ab dem 12.07. debattiert der Bürgerrat für 10 Tage über KI-Einsatz in der Pflege und in Rekrutierungs-Verfahren

Am 13. Juni 2022 startet in Stuttgart ein außergewöhnliches Demokratie-Experiment: Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger debattieren in einem virtuellen Bürgerrat über die Folgen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz. Inhaltlich wird es um den Einsatz selbstlernender Maschinen in der Pflege und Betreuung gehen. Ob und auf welche Weise Algorithmen Personalabteilungen bei ihren Einstellungsentscheidungen assistieren sollten wird auch Thema sein.

Studierende der Hochschule der Medien (HdM) und der Universität Stuttgart moderieren im Bürgerrat. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden nach dem Zufallsprinzip Pseudonyme zugeordnet. So sollen die vorgebrachten Argumente stärker ins Gewicht fallen als der soziale Hintergrund. Zudem können der Austausch der Argumente und die Interaktion mit Expertinnen und Experten beobachtet und analysiert werden. Der Projektleiter Prof. Dr. André Bächtiger, geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart hofft, auf diese Weise neue Einsichten in den demokratischen Prozess des Debattierens zu gewinnen. „KI ist ein zentrales Zukunftsthema. In unserem Projekt untersuchen wir, wie es gelingen kann, bei anspruchsvollen normativen Fragen die Bürgerinnen und Bürger systematisch einzubeziehen“, so André Bächtiger.

Prof. Dr. Alexander Mäder, der das Vorhaben an der HdM betreut, hebt hervor: „Die Studierenden von heute sind die Wissenschaftskommunikatoren von morgen. Partizipative Prozesse gewinnen hier eine immer größere Bedeutung.“

Das Demokratie-Experiment ist Teil des Projekts „Fragen an KollegIn KI“, das gemeinschaftlich von der Universität Stuttgart (Interchange Forum for Reflecting on Intelligent Systems (IRIS) & Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT)) und der Hochschule der Medien in Kooperation mit der Stadtbibliothek Stuttgart durchgeführt wird. Darin organisieren die beiden Hochschulen unter anderem ein Lehrprojekt zur partizipativen Wissenschaftskommunikation und eine öffentliche Debattenreihe. In einer Diskussion am 12. Juli um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Stuttgart werden Studierende die Ergebnisse des Bürgerrats mit VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Gruppen diskutieren.

Das Projekt "Fragen an KollegIn KI" wird im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2022 – Nachgefragt!“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das technische Setup stellt die Schweizer „Demokratiefabrik“ bereit: demokratiefabrik.ch

Infos zum BMBF-Projekt "Fragen an KollegIn KI"

Kontakt

Dr. Elke Uhl, Universität Stuttgart, Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung, Tel. +49 711 685 82379, E-Mail

Zum Seitenanfang