| Zeit: | 20. November 2025, 19:30 Uhr |
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| Veranstaltungsort: | Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart |
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Warum wollen so viele Menschen die Welt brennen sehen?
Woher diese Lust an der Zerstörung liberaler Demokratien?
In ihrem neuen Buch "Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus" suchen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey nach Antworten auf diese Fragen – und stoßen auf ein tief sitzendes Gefühl der Enttäuschung: Viele Menschen erleben die Versprechen liberaler Gesellschaften auf Aufstieg und Emanzipatioon als gebrochen. Ihre Reaktion ist eine Revolte, die sich nicht in klassischen politischen Forderungen äußert, sondern in destruktivem Affekt und autoritärer Sehnsucht.
Mit Hilfe zahlreicher Interviews, unter anderem mit AfD-Anhänger:innen und Mitgliedern libertärer Vereinigungen, analysieren Amlinger und Nachtwey, wie sich ein „libertärer Autoritarismus“ herausbildet – eine gefährliche Mischung aus individueller Freiheitsrhetorik und kollektiver Wut. Die Autoren zeichnen ein Panorama dieser Entwicklung: vom sozialen Abstieg in der Spätmoderne über das blockierte Leben, das unter dem Druck ständiger Selbstverwirklichung leidet, bis hin zur Lust an der Zerstörung und der Emergenz eines neuen, demokratisch verbrämten Faschismus.
Carolin Amlinger, Literatursoziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Departement Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Basel, kommt ins Gespräch mit Felix Heidenreich (IZKT). Gemeinsam diskutieren sie die Ursachen einer destruktiven Gegenwart – und was ihr politisch und gesellschaftlich entgegengesetzt werden kann.
Kooperation:
Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart, Literaturhaus Stuttgart